Hochtemperatur-Wärmepumpen: Ein einfacher Leitfaden für ältere Gebäude

Ältere Gebäude stellen besondere Anforderungen an moderne Heizsysteme. Hochtemperatur-Wärmepumpen bieten eine vielversprechende Lösung, um auch in Bestandsimmobilien effizient und umweltfreundlich zu heizen. Dieser Leitfaden erklärt die Funktionsweise, Eignung und verfügbaren Fördermöglichkeiten dieser Technologie für Eigentümer älterer Häuser und Wohnungen.

Hochtemperatur-Wärmepumpen: Ein einfacher Leitfaden für ältere Gebäude

Die Modernisierung von Heizsystemen in älteren Gebäuden ist eine zentrale Herausforderung auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz. Während herkömmliche Wärmepumpen oft hohe Vorlauftemperaturen benötigen, die in unsanierten Altbauten schwer zu erreichen sind, bieten Hochtemperatur-Wärmepumpen eine praktikable Alternative. Sie ermöglichen den Betrieb bestehender Heizkörper ohne umfassende Sanierungsmaßnahmen und machen den Umstieg auf erneuerbare Energien auch für Bestandsgebäude realistisch.

Was ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erdreich nutzt und diese auf Vorlauftemperaturen von 60 bis 75 Grad Celsius erhöht. Im Gegensatz zu Niedertemperatur-Wärmepumpen, die meist nur 35 bis 50 Grad erreichen, sind Hochtemperatur-Varianten speziell für den Betrieb mit herkömmlichen Heizkörpern konzipiert. Das Funktionsprinzip basiert auf einem Kältemittelkreislauf: Ein Verdichter komprimiert das gasförmige Kältemittel, wodurch dessen Temperatur steigt. Die gewonnene Wärme wird dann an das Heizungswasser übertragen. Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen arbeiten mit optimierten Kältemitteln und mehrstufigen Verdichtern, um auch bei niedrigen Außentemperaturen effizient zu arbeiten. Sie eignen sich besonders für Gebäude, in denen eine Flächenheizung nicht nachgerüstet werden kann oder die energetische Sanierung der Gebäudehülle nur eingeschränkt möglich ist.

Für welche älteren Gebäude eignen sich Hochtemperatur-Wärmepumpen?

Hochtemperatur-Wärmepumpen sind besonders für Bestandsgebäude geeignet, die über konventionelle Heizkörper verfügen und bei denen eine umfassende energetische Sanierung aus finanziellen oder denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist. Typische Einsatzgebiete sind Mehrfamilienhäuser aus den 1950er bis 1980er Jahren, Altbauten mit hohen Decken und großen Fensterflächen sowie denkmalgeschützte Gebäude. Auch Objekte mit mäßiger Dämmung profitieren von dieser Technologie, da die höheren Vorlauftemperaturen ausreichend Heizleistung bereitstellen. Wichtig ist eine fachgerechte Heizlastberechnung, um die passende Dimensionierung der Anlage zu gewährleisten. In Gebäuden mit sehr schlechtem energetischen Zustand kann eine Kombination aus Hochtemperatur-Wärmepumpe und gezielten Sanierungsmaßnahmen wie dem Austausch alter Fenster oder der Dämmung der obersten Geschossdecke sinnvoll sein. Grundsätzlich gilt: Je besser der energetische Zustand, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe und desto niedriger fallen die Betriebskosten aus.

Welche Förderprogramme und Zuschüsse gibt es für Senioren?

In Deutschland existieren verschiedene Förderprogramme, die den Einbau von Hochtemperatur-Wärmepumpen finanziell unterstützen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet Zuschüsse von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten für den Heizungstausch. Dabei werden sowohl die Anschaffungskosten der Wärmepumpe als auch notwendige Umfeldmaßnahmen wie der hydraulische Abgleich oder die Optimierung der Heizkörper berücksichtigt. Für einkommensschwächere Haushalte kann ein zusätzlicher Einkommensbonus gewährt werden. Darüber hinaus bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen für energetische Sanierungsmaßnahmen an. Auch regionale Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen können zusätzliche finanzielle Unterstützung bieten. Wichtig ist, dass Förderanträge in der Regel vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden müssen. Eine unabhängige Energieberatung, die ebenfalls gefördert wird, hilft bei der Planung und Beantragung der Zuschüsse. Senioren sollten sich frühzeitig über die aktuellen Förderbedingungen informieren, da sich Programme und Konditionen regelmäßig ändern können.

Preise, Raten oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel erwähnt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen unabhängige Recherchen durchzuführen.


Anbieter Leistungsbereich Geschätzte Kosten
Viessmann Hochtemperatur-Wärmepumpen für Altbau 15.000 - 25.000 Euro
Vaillant Luft-Wasser-Hochtemperatur-Systeme 14.000 - 23.000 Euro
Bosch Hochtemperatur-Wärmepumpen mit Speicher 16.000 - 26.000 Euro
Stiebel Eltron Hochtemperatur-Systeme für Bestandsgebäude 15.500 - 24.500 Euro
Daikin Luft-Wasser-Wärmepumpen mit hoher Vorlauftemperatur 14.500 - 23.500 Euro

Preise, Raten oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel erwähnt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen unabhängige Recherchen durchzuführen.

Die Investitionskosten für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe liegen typischerweise zwischen 14.000 und 26.000 Euro, abhängig von der Leistungsgröße, dem Hersteller und den individuellen Gegebenheiten vor Ort. Hinzu kommen Kosten für Installation, hydraulischen Abgleich und eventuelle Anpassungen am Heizsystem. Durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln können die Nettoinvestitionskosten deutlich reduziert werden. Langfristig amortisiert sich die Anschaffung durch niedrigere Betriebskosten im Vergleich zu fossilen Heizsystemen, insbesondere bei steigenden Energiepreisen.

Hochtemperatur-Wärmepumpen stellen eine zukunftsfähige Heizlösung für ältere Gebäude dar. Sie ermöglichen den Umstieg auf erneuerbare Energien ohne aufwendige Sanierungsmaßnahmen und bieten durch staatliche Förderungen attraktive finanzielle Anreize. Eine sorgfältige Planung und fachkundige Beratung sind entscheidend für den erfolgreichen Einsatz dieser Technologie. Gebäudeeigentümer sollten die individuellen Gegebenheiten ihres Objekts prüfen lassen und die verfügbaren Fördermöglichkeiten nutzen, um die Investitionskosten zu senken und langfristig von geringeren Heizkosten zu profitieren.